Wie nachhaltig sind Superfoods?

Wie nachhaltig sind Superfoods?

Exotische „Superfoods“ sind gerade am Boomen. Das Geschäft verspricht gesunde und hochwertige Lebensmittel, die allesamt hohe Anteile an Vitaminen, Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffen und Mineralstoffen aufweisen sollen. Heute gehen wir der Frage nach, wie nachhaltig die spannend klingenden Samen, Beeren, Nüssen wirklich sind.

Was sind Superfoods?

Die sogenannten Superfoods sind nährstoffreiche Wunderwaffen. Sie sind reich an Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien, Enzymen und gesunden Fetten – Nährstoffe, die alle essenziell für unseren Körper und unser Wohlbefinden sind. Ein weiteres Merkmal: Superfoods sind rein pflanzlich, ohne tierischen Ursprung. Hier sind einige der Lebensmittel aufgelistet, die durch den Titel „Superfood“ bekannt geworden sind:

1. Açai

Açai-Beeren sind die Früchte der Kohlpalme, auch Assai-Palme genannt, die vor allem am unteren Amazonas wächst. Die Beeren werden mit hohem Gehalt an Antioxidantien angepriesen. Daneben soll die Açai-Beere entzündungshemmend sein und so das Risiko von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs reduzieren. Für die behauptete antioxidative und entzündungshemmende Wirkung der Açai Beere gibt es bislang keine verlässliche klinische Studie. Jedoch sind Antioxidantien auch in heimischen Obst und Gemüse wie Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren oder Rotkohl enthalten.

Acai 

2. Chia Samen

Chia Samen stammen aus einer einjährigen Sommerpflanze aus der Familie der Lippenblütler. Die Samen der Pflanze, die ursprünglich aus Mexiko stammt und in vielen Ländern Lateinamerikas angepflanzt wird, können roh oder getrocknet verzehrt oder Getränken beigegeben werden. Mit ihrem Gehalt an Ballaststoffen, Eiweiß und Omega 3-Fettsäuren sollen sie die herkömmlichen Lebensmittel in den Schatten stellen. Die Samen sollen außerdem die Verdauung fördern und den Blutzucker regulieren. Bei einer maximalen Tagesverzehrmenge von 15 mg fällt die Wirkung der Chiasamen trotz aller enthalten Nährstoffe gering aus. 

Chia Samen

3. Matcha

Matcha-Tee besteht aus einem grünen Pulver, welches aus gemahlenen, von Blattadern befreiten Grünteeblättern, dem sogenannten Tencha entsteht. Vielfach werden Matcha-Tee neben einer anregenden Wirkung auch Superfoot-Eigenschaften nachgesagt. Angeblich sei er gesund fürs Herz und wirke gegen Krebs. Das im Matche-Tee enthaltene Koffein hat indes eine anregende, wachmachende Wirkung.

Matcha 

Einmal um die halbe Welt

Dass die sogenannten Superfoods wichtige Nährstoffe enthalten, ist nicht mehr umstritten. Das Problem dabei: Alle Superfoods stammen aus fernen Regionen und werden über weite Strecken zu uns transportiert. Eine Mehrheit der typischen Anbauländer liegt in Südamerika, wo die Nahrungsmittel per Schiff und Lastwagen verfrachtet werden, um sie in die Zieldestination zu transportieren. Dort angekommen werden sie einige Tage im Lagerraum gekühlt, bis der perfekte Reifegrad erreicht ist. Mit dem rießigen CO2-Fußabdruck bleibt die Nachhaltigkeit leider auf der Strecke.

Der Beruf der Kleinbauern wird gefährdet

Der Nachfrage-Boom führt dazu, dass der Druck auf die Bauern in den Anbau Regionen wächst. Für die Kleinbauern ist es oft nicht möglich, auf dem internationalen Markt mitzuhalten, wodurch nur Großbauern mit ihren Monokulturen profitieren. Außerdem steigt durch die Nachfrage auch der Preis für die Nahrungsmittel, wodurch viele Einwohner ihr traditionellen Nahrungsmittel nicht mehr leisten können. Gerade bei Grundnahrungsmittel wie Quinoa ist das ein großes Problem. 

Alternativen mit besserem CO2-Fußabdruck

Wer trotzdem nicht auf die exotischen Nahrungsmittel verzichten will, kann zu nachhaltigeren Alternativen greifen. Beim Einkauf sollte man auf zertifizierte Produkte wie Fairtrade oder Bio-Labels greifen. Auch hier bleibt der ökologische Fußabdruck leider noch ziemlich groß. Die beste Alternative ist es daher, zu regionalen und lokalen Produkten umzusteigen, die genauso gesunde Inhaltsstoffe zu bieten haben. Außerdem übertreffen sie an Frische und Qualität, da sie nicht importiert werden müssen. Hier eine Liste an einheimischen Alternativen:

1. Hirse, Dinkel und Haferflocken statt Quinoa 

Quinoa ist eine uralte Kulturpflanze und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Die Samen enthalten hochwertige Fettsäuren und sind reich an Eiweiß, Magnesium und Eisen. Für einen längerfristigen Getreideersatz sollte man jedoch auf Alternativen zugreifen. Ähnlich wie Quinoa erhält auch die Hirse hochwertige Fettsäuren und ist ebenfalls reich an Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine. Auch andere Getreidesorten wie Dinkel oder Haferflocken sind ideale Alternativen zum Hype-Getreide. Am besten ist es, möglichst unterschiedliche Getreide zu konsumieren und sich nicht nur auf eines zu beschränken.

Hirse

2. Einheimische Beeren statt Goji Beeren 

Die Goji Beeren sind besonders reich an Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente. Sie werden in China angebaut und wurden dort vor allem im Bereich der Medizin genutzt. Der Weg von China bis nach Europa ist allerdings lang und es wurden auch immer wieder Pestizidenrückstände in diesen Beeren gefunden. Deshalb lohnt es sich, einheimische Beeren zu konsumieren. Als gleichwertige Alternativen gelten z.B. schwarze Johannisbeeren

Berry

Manch einer schwört auf Superfoods, die besonders gesund machen sollen und hohe Anteile an wichtigen Vitaminen, Fettsäuren, Ballaststoffen und Mineralstoffen beinhalten. Dabei gibt es auch in unserer Region Nahrungsmittel, die es mit den Superfoods aufnehmen können.