Wer steckt hinter BeachRebelle?

Wer steckt hinter BeachRebelle?

Mode machen, die Teil dieser Welt ist – das war das Ziel von Dorothee Rauchut und Larissa Fiedler, als sie 2019 das verantwortungsvolle Modelabel BeachRebelle gegründet haben. Anders als konventionelle StrandbekleidungHersteller wollten die zwei Gründerinnen Resortwear kreieren, welche sich vielfältig zu verschiedenen Anlässen kombinieren lässt und darüber hinaus sich jeder Körperform und -größe anpasst. Ein Gespräch über eine innige Freundschaft trotz weiter Distanz.

Was war der Gedanke bei der Gründung von BeachRebelle? Warum habt ihr euch für ein nachhaltiges Modelabel entschieden?

Larissa

Als Doro und ich 2019 aus einer privaten Freundschaft heraus Nägel mit Köpfen gemacht haben und unser eigenes Modelabel BeachRebelle gegründet haben, war es uns einfach von Anfang an klar: Wenn wir Mode machen, dann soll sie Teil dieser Welt sein, also fair, ökologisch und nachhaltig produziert sein. Wir wollen gut mit unserer Umwelt und all unseren Partner*innen umgehen und das funktioniert natürlich unter Umwelt- und sozialen Aspekten am besten. Daher käme eine andere Produktion für uns gar nicht infrage.

„Wenn wir Mode machen, dann soll sie Teil dieser Welt sein, also fair, ökologisch und nachhaltig produziert sein.“ – Larissa Fiedler, Co-Gründerin von BeachRebelle.

Dorothee

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass wir beide aus der Konzernarbeit kommen, das heißt unsere vorherigen Jobs waren stark geprägt in Hierarchien. Das wollten wir nicht mehr für uns und auch nicht für alle anderen, die mit uns zusammenarbeiten. Für uns geht es bei BeachRebelle um einen partnerschaftlichen Umgang mit allen unseren Kund*innen, Partner*innen, aber auch mit den Menschen, die unsere Kollektionen produzieren.                          

Also gegen den Konsumwahnsinn und gegen die Hierarchie rebellieren. War das auch die Idee hinter eurem Namen - BeachRebelle?

Larissa

Ja. Wir sind alle mit Konsum großgeworden. Damals war Mode im Überfluss verfügbar und es gab keine Aufklärung zu ökologischem Anbau und den herrschenden Arbeitsbedingungen. Dabei hat die Textilindustrie in dieser Zeit massiv Fehler begangen. Es gab Verfehlungen gegen Menschenrechte, die Erde wurde ausgebeutet; das kann einfach nicht richtig sein. Und das soll sich in unserem Namen wiederfinden, sowohl die rebellische Haltung gegen die Verfehlung der Textilindustrie, gleichzeitig aber auch das Schöne an unserer Mode. Wenn wir uns entscheiden, ein Kleidungsstück zuzulegen, dann soll das auch bitte Spaß machen und Freude bereiten und all die schönen Frauen in ihrer Diversität noch schöner machen. Und heraus kam einfach die BeachRebelle, also wie die französische Belle, die Schöne.

Dann wäre da noch der Teil „Beach“. Warum genau Resortwear?

Dorothee

Ich lebe und arbeite seit 2014 in Abu Dhabi und Lari in Hamburg. Seit dem war Lari oft zu Besuch bei mir und wir saßen oft draußen um gemeinsam den Sonnenuntergang zu genießen. In diesen schönen Stunden war es immer sehr besonders, die bunt gemischte Bevölkerung in den typischen Landestrachten ihrer Heimat zu beobachten. Es gibt so viele bewährte traditionelle Kleidungsstücke, die sich- zeitgemäß angepasst- wunderbar über einen Bikini oder Badeanzug tragen lassen. Die Nähe zu Sand und Strand hat unser Mindset geprägt und inspiriert.    

Kimono

Für BeachRebelle arbeiten sie nicht nur als Arbeitskolleginnen zusammen, sondern auch als beste Freundinnen. Was sind die Vorteile an einer freundschaftlichen Partnerschaft?

Larissa 

Der größte Vorteil ist das riesige Vertrauen. Wir kennen uns jetzt seit 20 Jahren. Wir haben uns begleitet auf Urlauben, durch Umzüge, durch Hochzeiten – wir haben uns nie aus den Augen verloren. Daher teilen wir auch viel an Eindrücken, an Haltung und natürlich Spaß an der Mode. Ich kann mir also unheimlich gewiss sein, dass Doro die richtige Partnerin an meiner Seite ist.

Dorothee

Ich kann das nur unterschreiben. Das Vertrauen, das wir ineinander haben und dass wir uns so gut kennen, ist ein großes Vorteil. Denn wir kennen unsere Stärken und wissen sie gut zu ergänzen. Larissa ist die Kreative. Sie kann die Dinge, die sie sieht unglaublich schnell aufpicken und sie versucht immer den nächsten Schritt in der Entwicklung kreativ voranzutreiben. Ich bin eher die Technische, wenn es dann um die Umsetzung geht. Wir können uns da die Bälle einfach wahnsinnig gut zuspielen.

Hilft das Vertrauen auch durch die Distanz von Abu Dhabi nach Hamburg?

Dorothee

Das funktioniert bei uns ganz gut, weil wir uns von Anfang an die Freiheit nehmen wollten, unsere Zeit selbst einzuteilen. In Abu Dhabi ist das Wochenende anders als in Deutschland am Freitag und Samstag. Ich fange also sonntags mit meiner Arbeit an, ende aber dann schon am Donnerstag und ab Freitag ist Zeit für meine Kinder und Familie. Wenn dann eine von uns beiden noch im Wochenende ist und die andere einen Arbeitstag hat, dann kann diejenige einfach vorarbeiten oder Dinge nacharbeiten, wo es vielleicht noch an Feedback fehlt.

 Wie geben Sie diesen traditionellen Bekleidungen einen modernen Twist?

Larissa 

Wir haben uns orientiert an den ethnischen Völkern, an beduinenhaftem Leben.            Wir haben den  traditionellen Kleidungsstücken einen Twist gegeben mit einer verspielten  Schmuckborte, tragbaren Armausschnitten, schmeichelnden       Seitenschlitzen. Das Ganze sieht dann im ersten Blick nicht gerade aus wie ein Bügelschmeichler. Aber es ist einfach unheimlich praktisch, da es sich ohne Mühe anziehen lässt und entsprechend kombiniert für verschiedene Anlässe eignet.

Dorothee

Außerdem fällt der Stoff sehr weich auf die Haut und ist sehr luftig. Unsere Kleidungsstücke umschmeicheln in ihrer Simplizität den Körper jeder Frau, keine Naht kneift. 

„Unsere Kleidungsstücke umschmeicheln in ihrer Simplizität den Körper jeder Frau.“ – Dorothee Rauchut, Co-Gründerin von BeachRebelle

Kaftan für Frauen

Und welche Textilien verwenden sie hierfür?

Larissa

Der Ursprungsgedanke war es, unsere Kleidungsstücke strandtauglich zu machen. Hierfür haben wir Recherche betrieben und uns angeschaut, welche Stoffe gängig waren. Was wir gefunden haben, war sonderbarerweise fast alles aus Polyester. Und Polyester auf der Haut finde ich in der Vorstellung grauenvoll. Es ist chemisch, Frau schwitzt darin  und dazu auch noch der gigantische Mikrofaserabrieb bei jedem Waschgang. Das wollten wir nicht unterstützen, daher haben wir uns für die Beduin Kollektion für eine schöne Bio-Baumwolle, Musselin entschieden.

Können sie uns dieses Musselinmuster noch genauer beschreiben?

Larissa

Viele Mütter kennen den Musselin-Stoff aus dem Großziehen ihrer Kinder, denn dieser Stoff wird häufig auch als Babytuch verwendet, weil er unheimlich gut waschbar ist. Ob Schokoladen-Eis, Sonnencreme oder Kaffee Fleck – alles lässt sich ganz einfach herauswaschen. 

Dorothee

Eine weitere Charakteristik des Musselinstoffes sind die Fäden, die in Leindwandbindung gelegt werden. Durch die weich gedrehten Fäden entsteht ein fließender Stoff mit weichem Griff. Die Schichten kreieren dann einen Bubble Effekt, der besonders beim Trocknen des Stoffes zum Vorschein tritt. Der Musselin Stoff lebt von dieser Optik. Wenn man diesen Look aber nicht ausgeprägt mag, kann man ihn einfach bügeln, dann wird der Griff wieder weicher und der Stoff glatter.

Wenn wir gerade bei den Looks sind: Spielen sie in ihrer Mode auch mit Multifunktionalität?

Dorothee

Ja, denn wir wollen, dass Menschen, die sich für unsere Kleidungsstücke interessieren, nicht immer nur an Urlaub denken müssen, schließlich leben wir häufig städtisch. Unsere längere Kimono-Variante lässt sich zum Beispiel gut mit einer Jeans, einem T-Shirt und High-Heels kombinieren und erzeugt so einen eleganten Look. Gleichzeitig haben unsere Kimonos und Tuniken durch ihren luftigen Schnitt auch einen Strandcharakter und lassen sich daher auch ideal im Sommer über einen Bikini drüber schmeißen. Das ist unsere Idee des Beach to Bar Looks.

Strandtuch als Headwear

Woher beziehen sie ihre Textilien? Ist alles komplett made in Germany?

Larissa

Die Stoffe kommen aus verschiedenen Regionen. Der Musselin Stoff kommt aus Portugal mit GOTS Zertifizierung. Die neuen Seidenkimonos produzieren wir aus dem Material fantastischen Firma aus Indien, die gewaltfreie Seide produziert. Wer es nicht weiß: Herkömmliche Seide wird so verarbeitet, dass die Seidenraupen für die herkömmliche Seidenherstellung getötet werden. Die Firma in Indien steht für gewaltfreie Seide. Dort dürfen die Seidenraupen schlüpfen, wobei die gesponnenen Fäden durch technisch aufwendige Verfahren verarbeitet werden müssen. Uns ist bewusst, dass das mit einem hohen Preis verbunden ist, aber das ist es uns wert. 

Pflegen sie einen engen Kontakt zu den Textilherstellern?

Dorothee

Die Stoffe sind international, aber produzieren lassen wir in Deutschland, alles made in Germany. Wir produzieren auf Veddel (Hamburg), bei einem Unternehmen, die Menschen mit Migrationshintergrund integrieren, sie in sozialversichrungspflichtige Beschäftigung bringen. Die Mitarbeiter dieses Projekts nähen für uns unsere Produkte. Leider haben Lari und ich nämlich zwei linke Hände an der Nähmaschine. Außerdem arbeiten wir noch mit einer Studentin zusammen, die in Hamburg Modedesign studiert und nebenbei auch ein kleines Gewerbe führt. 

Ihr Ziel ist es, irgendwann 100 % nachhaltig zu werden. Welche Schritte verfolgen sie bereits?

Larissa

Wir achten beim Kauf unserer Materialien schon darauf, aber auch unser eigener Lebensstil hängt davon ab. Jeder von uns versucht nach dem besten Wissen und Gewissen seinen Lebensstil entsprechenden anzupassen. Wir nutzen nur FSC zertifizierte Versandpackungen. Aufkleber, Kleberollen usw. sind ökologisch abbaubar. Und wir zudem sind ständig auf Stoffmessen auf der Suche nach Herstellern, die nachhaltige Stoffe verkaufen, es passiert aktuell so viel, Material aus Ananasfasern, Algen usw. Wir recherchieren ständig. 

Hätten sie vielleicht noch Waschtipps für unsere Leser, wenn sie sich entscheiden, ein Kleidungsstück bei Ihnen zu kaufen?

Larissa

Wir haben eine Menge Waschtests gemacht und als Ergebnis herausgefunden, dass alle unsere Stoffe bis auf die gewaltfreie Seide hemmungslos bei 30 Grad gewaschen werden können. Da es sich um GOTS-zertifzierte Naturfasern handelt, müssen wir uns nicht um Mikrofaserabrieb sorgen. Ein Tipp von mir, um nachhaltig zu waschen, ist es, die Kleidungsstücke nur bei sichtbaren  Flecken zu reinigen. Oftmals genügt ein einfaches Lüften an der frischen Luft, um unangenehmen Geruch  zu entfernen. In den Trockner würde ich die Kleidungsstücke nicht tun, da sie sehr schnell trocknen und dies unnötigen Energieaufwand bedeutet. Ordentlich aufgehängt ist der Kaftan schnell nach Trocknen wieder tragbar.

Das Modelabel BeachRebelle verkauft ihre Kleidungsstücke aktuell nur limitiert, um eine Überproduktion zu vermeiden und den Verbrauchern den Wert der Kleidung näherzubringen. Verpasst daher nicht die Gelegenheit und sichert euch jetzt noch ein schönes Key-Piece von BeachRebelle; für alle Anlässe gewappnet, egal ob Barbesuch oder Strandurlaub.