Versteckte tierische Stoffe – Ab wann ist Mode vegan?

Versteckte tierische Stoffe – Ab wann ist Mode vegan?

Den meisten von uns ist klar, dass vegane Kleidung frei von tierischen Materialien wie Wolle, Leder oder Pelz ist. Aber auch andere Materialien können tierischen Ursprungs sein, ohne dass sie auf den ersten Blick vegan erscheinen müssen. Heute zeigen wir dir 6 Stoffe mit versteckten tierischen Inhaltsstoffen.

1. Knöpfe

Viele Kleidungsstücke sind mit Knöpfen aus Horn, Knochen oder Perlmutt versehen. Auch hier ist es leider so, dass die Tiere, von denen Hörner, Hufe oder Perlmutt stammen, für die Verarbeitung ihr Leben lassen müssen. Dabei ist das gar nicht nötig. Viele Hersteller:innen verwenden Knöpfe aus Holz, Steinnuss oder Kupfer. Auch übriggebliebene Schalen von Pistazien oder Walnüssen lassen sich wunderbar zu Knöpfen umfunktionieren.

Knöpfe

2. Logopatch

Was Viele nicht wissen: Das Logopatch an der Rückseite des Jeansbunds besteht bei sehr vielen Marken – egal, ob herkömmlich oder bio – aus Leder und stammt somit vom Tier. Denn für die Lederherstellung werden jährlich mehr als eine Milliarde Tiere geschlachtet. Bei der Herstellung von Leder werden außerdem viele giftige Chemikalien eingesetzt, die die Gesundheit von Textilarbeitern gefährden und anschließend ungefiltert in die Umwelt gelangen.

Jeans

3. Kleber

Klebstoffe kommen in fast allen Lebensbereichen vor und enthalten oft tierische Bestandteile. Sogenannter Glutinleim wird zum Beispiel durch das Auskochen von Knochen und Tierhäuten gewonnen. Das häufig in Schuhen verwendete Kaseinkleber wird aus Bestandteilen der Kuhmilch gewonnen. Diese Inhaltsstoffe sind leider nicht kennzeichnungspflichtig. Um auf Nummer sicher zu gehen, bleibt daher nur die Nachfrage beim Hersteller, das Vegan-Siegel oder der Kauf bei ausschließlich veganen Labels und Shops. Vegane Alternativen sind zum Beispiel Kleber auf Stärkebasis oder synthetischer Leim

Schuhe

4. Schmuck

Gerade bei kleinen Ohrringen oder Anhängern springt nicht sofort ins Auge, dass hier etwas vom Tier stammen könnte. Federn, Muscheln und Perlen sind jedoch Materialien, die man in Armbändern, Ketten und Co häufig findet und entstammen alle tierischen Ursprungs. Perlen werden durch die Zucht von Perlmuscheln gewonnen. Um die Bildung der Perlen zu ermöglichen, werden Fremdkörper in das Innere der Muschel implantiert, und von dieser als Abwehr mit Perlmutt umschlossen. Dieser Prozess kann mehrere Jahrzehnte dauern, weshalb echte Perlen auch so teuer sind. Sie sind aber leider auch der Grund, warum zahlreiche Austernarten vom Aussterben bedroht sind. 

Perlen

5. Farben

Farben bestehen aus Pigmenten oder Farbstoffen. Diese werden fast immer aus Mineralen, Erden, Teer, Pflanzen oder synthetisch hergestellt. Trotz der Vielfalt an tierleidfreien Farben gibt es einige Farbtöne, für die noch immer Tiere leiden müssen: Elfenbeinschwarz / Knochenschwarz (Tierkohle), Cochenillerot / Karminrot (Läuseblut), Sepia (Farbstoff von Tintenfischen) und Purpur (Gehäuse von Purpurmuscheln). Manchen Textilfarben werden außerdem Bienenwachs zugemischt, in denen oft tierische Fette als Bindemittel eingesetzt werden. Die größte Überraschung bergen jedoch Aquarellfarben, die sehr oft Ochsengalle enthalten. Als Alternative nutzen viele nachhaltige Unternehmen nur noch pflanzliche Farbstoffe, die nicht nur vegan sind, sondern auch besonders schonend für den Planeten sind.

Farbige Wolle

6. Imprägnierungen

Imprägnierungen von Regenjacken oder -hosen können Bienenwachs enthalten. Auch das ist nicht vegan, da hier Bienen unter unnatürlichen Bedingungen in einer Art Massenzucht gehalten werden. Dort werden sie vom Ausschwärmen abgehalten und mit verschiedenen Mitteln dazu gebracht, produktiver zu sein. Beim unachtsamen Einsammeln des Honigs werden die kleinen Insekten oft stark verletzt. Viele nachhaltige Labels greifen daher auf die dicht gewebte Biobaumwolle zurück, welche mit einer PU-Membran limitiert wird, welche verhindert, dass Wind und Regen durch den Stoff gelangen.

Regenjacke

Einige vegane Produkte sind mit dem “PETA-Approved Vegan” Siegel ausgezeichnet, so erkennst Du tierleidfreie Produkte auf den ersten Blick. Waren Dir die 6 Punkte, die wir aufgeführt haben, schon bekannt? Was hat Dich besonders überrascht? Schreie es uns gerne in die Kommentare!