Littering stoppen – 4 einfache Wege, um Abfall zu vermeiden

Plastikmüll

Viel zu oft werden Abfälle wie Zigarettenstummel, Togo-Verpackungen oder Getränkeflaschen einfach an öffentlichen Orten liegengelassen. Ob der Grund hierfür Gedankenlosigkeit oder Unwissenheit ist – die Folgen sind gravierend. Erfahre in diesem Artikel, welche Folgen Littering hat und was du selbst dagegen tun kannst.

Was versteht man unter Littering?

Littering ist ein aus dem Englisch abgeleiteter Ausdruck und bezeichnet das Wegwerfen oder Liegenlassen kleiner Abfälle im öffentlichen Raum, ohne die dafür vorgesehenen Abfalleimer zu benutzen. Die Ursachen des Litterings sind sehr vielfältig. Eine davon ist unser Lebensstil: Die Zahl an Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen steigt in den letzten Jahren massiv an. Wir nutzen unseren öffentlichen Raum also intensiver und konsumieren dort Dinge, die meist in Einwegabfall verpackt sind. Aus reiner Gewohnheit lassen wir dann unseren Müll einfach dort liegen, wo er anfällt. Hinzu kommt, dass es an öffentlichen Orten kaum soziale Kontrollen gibt. Wenn bereits Müll herumliegt, sinkt bei vielen Menschen die Hemmschwelle, den eigenen Müll ebenfalls liegen zu lassen.  

(Bildquelle: IGSU und Littering Studie des Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2011)

Littering-Studie des Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Die Folgen von Littering

Die Folgen, die durch die Verschmutzung von Abfällen entstehen, sind zweierlei: Littering schadet der Umwelt, da sie Tiere und Pflanzen auf direktem Weg gefährdet. Tiere können sich zum Beispiel daran verletzen oder vergiften. Bereits kleine Mengen an Müll decken Pflanzen ab und übertragen Schadstoffe. Littering schadet aber auch unsere Gesellschaft, da unsere Lebensqualität durch die Verhüllung beeinträchtigt wird. Öffentliche Orte verlieren an Ästhetik und werden weniger attraktiv für Anwohner*innen oder Besucher*innen. In den betroffenen Gegenden entstehen auch mehr Keime und Krankheiten werden schneller übertragen. Nicht zuletzt kostet Littering auch eine Menge für die Gesellschaft. Allein die Reinigungskosten betragen in Deutschland 740 Millionen € im Jahr.

Tierschutz

Maßnahmen gegen Littering

1. Zero-Waste Grundregeln beachten

Um Müll zu vermeiden, sollten wir ihn gar nicht erst entstehen lassen. Dies gelingt, wenn wir Mehrweg statt Einweg konsumieren, indem wir Stofftaschen statt Plastiktüten verwenden, Trinkflaschen statt ToGo-Becher nutzten und Tupperwaren statt Einwegverpackungen kaufen. Dinge ausleihen, reparieren und wiederverwenden, anstatt sie neu zu kaufen, gehört ebenfalls zu einem Zero-Waste Lebensstil, mit dem ihr nachhaltig Geld sparen und Littering gezielt vermeiden könnt.

Mehrweg statt Einweg

2. Typische Ursachen beseitigen

Ein sinnvoller Ansatz im Kampf für eine saubere Umwelt ist das Ausmerzen der typischen Übeltäter. Denn mittlerweile gibt es für jeden Alltagsgegenstand eine müllfreie Alternative. 

  • Zigarettenstummel: Etwa 10 Milliarden Zigarettenkippen mit Plastikfilter und Giftstoffen werden täglich in der Natur entsorgt. Mit einem Taschenaschenbecher kannst du Zigarettenstummel unterwegs sammeln und sie später im Restmüll entsorgen.
  • Zeitschriften-Flyer: Knapp jeder fünfte der jährlich geschlagenen Bäume fällt weltweit für die Produktion von Zellstoff für Papier. Dadurch wird insbesondere der Regenwald zerstört. In erster Linie sollte der Papiermüll daher soweit wie möglich vermieden werden. Zeitschriften und Flyer sollten können digital gelesen werden oder nach einmaligen Lesen weitergegeben werden.
  • Plastik: Wir produzieren global viel zu viel Plastikmüll und recyceln viel zu wenig. Umso wichtiger ist es, Mehrwegprodukte wie Mehrweggeschirr, Mehrweg-Tragetaschen, Mehrwegflaschen zu setzen, die allesamt ohne Plastik auskommen.
  • Togo-Verpackungen: Wer kennt das nicht? Mal schnell unterwegs einen Becher Kaffee geholt oder das Essen mitgenommen, statt vor Ort zu essen. Setze auf „To stay“ statt „To go“, indem du dir einfach mal die Zeit nimmst, einen Kaffe in Ruhe im Restaurant zu trinken - das ist die einfachste und schönste Variante, Togo-Verpackungen zu vermeiden.
  • Hundekotbeutel: In Deutschland gibt es ca. 10 Millionen Hunde, welche zweimal pro Tag einen „Haufen“ hinterlassen. Dieser wird aktuell hauptsächlich mit einer Plastiktüte entfernt, wodurch ca. 15 Millionen Plastiktüten pro Tag für Hundekot verwendet werden. Besser sind Papier-Hundekotbeutel, die anschließend entsorgt und klimaneutral verbrennt werden können.

3. Melde sogenannte „Dreckecken“

Du kennst den einen oder anderen verschmutzen Ort, an denen Menschen bevorzugt ihren Müll liegen lassen. Dann melde diese Dreckecken bei deiner Kommune oder bei der sogenannten Abfallhotline, die es für jede Stadt gibt, um sich solchen Dreckflecken zu widmen und aufzuräumen. 

Littering

4. Organisiere und unterstütze Aufräumaktionen

Neben den Umweltsündern gibt es auch viele Menschen, die die Verhüllung nicht mehr sehen können und selbst anpacken. Auf Facebook gibt es viele Gruppen, die bereits aktiv sind und an sogenannten CleanUp-Tagen gemeinsam aufräumen, um die Gegend wieder attraktiver zu machen. Schließe dich einfach an oder bekämpfe Littering im kleinen Stil selbst mit an, indem du beim Spaziergehen immer ein paar Gegenstände aufsammelst, die an den Wegesrand geworfen werden. Denke dabei immer an den psychologischen Effekt: Wenn ein Ort besonders aufgeräumt und sauber wirkt, ist die Hürde größer, dort Müll zu hinterlassen. 

Aufräumaktion

Gemeinsam können wir die Vermüllung unserer Umwelt aufhalten, Menschen aufklären und überzeugen. Am Ende ist es unser Verhalten, das für das Littering verantwortlich ist – umso wichtiger ist es, dass wir unser Verhalten endlich ändern und zum Umdenken anstoßen.


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