Klimawandel und die Rolle der Modeindustrie

Klimawandel und die Rolle der Modeindustrie

Bis 2030 soll die Modeindustrie ihre Treibhausgase halbieren. Ein darunter liegender Wert würde bedeuten, dass die Forderungen des Pariser Klimaabkommens zur Verringerung der Erderwärmung nicht erreicht werden. Heute erklären wir dir die Verantwortung der Modeindustrie im aktuellen Klimawandel und Deine Rolle darin.

Studie des "Fashion on Climate“-Reports zeigt: die Modeindustrie liegt stark an ihrem Ziel vorbei

Die Modeindustrie ist verantwortlich für einen jährlichen Treibhaus-Ausstoß, der so groß ist wie jener der französischen, deutschen und britischen Wirtschaft zusammen. Das zeigen die aktuellen Erkenntnisse des "Fashion on Climate“-Reports der Global Fashion Agenda und McKinsey & Company. Nach ihren Analysen würde die Modeindustrie bei Beibehaltung der aktuellen Bemühungen bis 2030 doppelt so viele Emissionen produzieren, wie es das Pariser Abkommen in ihrem 1,5-Grad-Ziel festgelegt hat. Die Bekleidungs- und Schuhindustrie verursachte 2018 rund 4 % des weltweiten CO2-Ausstoßes, das sind in Zahlen gesprochen 2,1 Milliarden Tonnen. Ohne gravierende Maßnahmen würden die CO2-Emissionen bis 2030 auf rund 2,7 Milliarden Tonnen pro Jahr ansteigen.

Climate Change

Lösungswege zum 1,5-Grad-Ziel

Die Studie von McKinsey & Company führt neben der Analyse der aktuellen CO2-Emissionen der Modeindustrie auch drei zentrale Lösungswege auf, wie der Wandel bis 2030 noch erreicht werden kann. Dabei geht es nicht nur um die Hersteller und um deren verschärfte Bemühungen zur Reduzierung des Kohlenstoff-Ausstoßes, sondern auch um ein globales Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum von Kleidung. Kurz gesagt: Es geht um die Zusammenarbeit durch die gesamte Produktionskette.

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1. Veränderung der Arbeitsvorgänge

Um die Kohlenstoff-Emissionen der Mode bis 2030 drastisch zu reduzieren, empfiehlt die Studie im ersten Schritt die Verringerung der Emissionen in Arbeitsvorgängen wie der Materialproduktion. Dazu gehört auch eine Reduktion von Produktions- und Herstellungsabfällen. Aus langfristiger Sicht sorgt diese Maßnahme einerseits für wirtschaftliche Vorteile, andererseits führt sie zu einer Verringerung der CO2-Emissionen von circa einer Milliarde Tonne pro Jahr.

2. Veränderung im Programm der Unternehmen

Ein weiterer Hebel sieht die Global Fashion Agenda im unmittelbaren Einfluss der Unternehmen und Händler. Dieser solle auf möglichst saisonübergreifende Designs setzen und zu umweltfreundlichen und recycelten Materialien greifen. Außerdem drängt die Studie dazu, dass sämtliche Herstellungsfabriken und Materialproduzenten verpflichtet werden sollten, ihre Programme zur Dekarbonisierung und Verbesserung der Rückverfolgbarkeit ausrichten zu müssen.

3. Veränderung im Verhalten der Verbraucher 

Letztlich führt die Studie auch die Verantwortung des Verbrauchers auf. Dieser sollte beim Kauf von Kleidung mehr auf nachhaltige Mode achten und die Kleidung wieder- und länger verwenden. Dabei wird ebenso berücksichtigt, dass aktuell nicht jeder die gleichen finanziellen, demografischen oder kulturellen Möglichkeiten hat, um auf nachhaltige Mode umzusteigen. Dennoch sollte jeder Verbraucher zu einer wachsenden Aufmerksamkeit beitragen und sich wenigstens auf eine nachhaltige Pflege der Kleidung konzentrieren, indem sie zum Beispiel ihre Kleidung weniger und auf niedriger Temperatur waschen. Im Zusammenspiel mit den zirkulären Geschäftsmodellen der Unternehmen kann diese Veränderung innerhalb der Verbraucher bis 2030 zu einer CO2-Emissionsverringerung von 347 Millionen Tonnen führen, so die Studie. 

„Bis 2030 sollten wir in einer Welt leben, in der jedes fünfte Kleidungsstück aus einem zirkulären Geschäftsmodell stammt“ - "Fashion on Climate“-Report

Mode und Klima gehen Hand in Hand. Wenn wir die Klimaerwärmung bis 2030 auf 1,5-Grad minimieren wollen, braucht es alle entlang der Wertschöpfungskette – vom Produzenten, über das Unternehmen bis hin zum Verbraucher selbst, der die Mode letztlich trägt.