Fast Fashion – Definition und Probleme des Trends

Fast Fashion – Definition und Probleme des Trends

In wenigen Wochen vom Laufsteg in die Filialen der großen Modehändler. Fast Fashion ist ein Trend, in der Kleidung zu billigen Preisen hergestellt und verkauft wird, damit der Kunde häufiger neue Kleidung kaufen kann. Ein Trend zulasten der Umwelt und der Arbeiter*innen. Woher Fast Fashion kommt und welche Folgen die schnelle Mode für die Welt hat, erklären wir dir im heutigen Blogbeitrag.

Ursprung der schnellen Mode

Die schnelle, verschwenderische Mode hat ihren Ursprung in den 1980er-Jahren. Damals entstanden in vielen Produktionsstätten die sogenannte Quick Response Strategie. Durch die Kooperation zwischen Einzelhandel, Distributoren und Produzenten wurde der Informations- und Warenfluss beschleunigt. Designer konnten rasch auf Trends reagieren und die Nachfrage nach bestimmten Stilrichtungen, Farben oder Mustern im Rekordtempo erfüllen. Hersteller wie H&M, Zara und später auch Primark wurden zum Synonym für Fast Fashion: Sie alle setzten auf schnelle Mode, um ihren Umsatz zu steigern, die Kunden zu binden und letztendlich zu expandieren. Zwölf Kollektionen pro Saison waren plötzlich Gang und gebe.

Ursprung Fast Fashion

Die Konsequenzen unseres Konsumverhaltens auf die Umwelt

Durch die günstigen Preise und die Vielzahl an Kollektionen entsteht zum einen Wegwerfkleidung, die im wahrsten Sinne des Wortes nur wenige Monate übersteht. Zum anderen entwickelt auch der Konsument eine „Wegwerf Einstellung“. Kleidungsstücke werden aufgrund mangelnder Qualität und niedrigen Preisen nur wenige Male getragen und dann entsorgt. Nach einer Greenpeace-Umfrage kaufen deutsche Verbraucher im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr – tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren. Die meisten Kleidungsstücke bleiben einfach ungetragen im Schrank liegen. Durch diesen immer schneller werdenden Zyklus des Laufens und Wegwerfens trägt Fast Fashion maßgeblich zur Umweltverschmutzung bei. So werden in Europa jährlich 5,8 Millionen Tonnen Kleidung entsorgt. 75 Prozent davon landen auf einer Mülldeponie oder werden verbrannt.

Umwelt Fast Fashion

Die Schattenseite der Textilwirtschaft – die mangelhaften Arbeitsbedingungen

Ein weiteres Problem, welches oft ins Hintertreffen gelangt, sind die schlechten Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern. Denn hinter jedem günstigen Pullover und hinter jeder zeitlichen Verdichtung der Kollektionen steht eine Arbeitskraft, die zehn bis sechszehn Stunden am Tag für einen Hungerlohn arbeiten muss. Die Gründe, warum Unternehmen auf arme Entwicklungsländer wie Bangladesch setzen, sind denkbar einfach: Niedrige Lohn- und Produktionskosten, geringe bis keine Zölle und Gewinnmaximierung! So kommen heute neun von zehn Kleidungsstücke in Deutschland aus Ländern mit niedrigen Herstellungskosten wie China, der Türkei und Bangladesch. Dabei stellt die Textilindustrie dort den größten Motor der industriellen Entwicklung dar, vergleichbar mit ihrer Bedeutung für Europa in der Frühindustrialisierung.

Armut Fast Fashion

Lösungsansätze für mehr Nachhaltigkeit in der Mode

Bei diesen Fakten erwachen bei vielen Menschen der Wunsch, selbst etwas dagegen zu unternehmen. Das eigene Einkaufsverhalten zu verändern und gleichzeitig mit der bereits vorhandenen Kleidung sorgsam umzugehen, lautet dabei die Devise. Unter dem Begriff Slow Fashion haben eine Reihe an Herstellern den Gegenentwurf zu Fast Fashion entwickelt. Diese Art der Mode konzentriert sich auf lediglich zwei Kollektionen pro Jahr, nutzt möglichst recycelbare Materialien und achtet darauf, dass die Kleidungsstücke zeitlos und länger haltbar sind. Auch die Menschenrechte in den Herstellungsländern haben Priorität. Diesem Prinzip schließen sich auch große Handelsriesen wie C&A und H&M an. Beide Hersteller fördern inzwischen den Anbau von Biobaumwolle. So hat C&A bereits 60.000 kleine indische Baumwollfarmer im Bio-Anbau unterstützt und ausgebildet. Und H&M plant geschlossene Textilkreisläufe, um die Umweltbelastung zu halbieren.

Slow Fashion

Zusammenfassend ist Fast Fashion ein Trend, der Konsumenten dazu verleitet, immer öfter Kleidung zu kaufen und zu entsorgen. Ausbaden muss es die Umwelt, da nur ein geringer Anteil der weggeworfenen Kleidung auch wirklich recycelt wird, die Arbeitskräfte in den Entwicklungsländern, die für einen Hungerlohn arbeiten müssen und die Designer deren Ideen gestohlen werden. Trotzdem scheint aktuell langsam, aber stetig ein Wandel in der Modeindustrie und den Köpfen der Konsumenten stattzufinden. Immer mehr Kleidungsstücke tragen Gütesiegel wie Fairtrade Cotton oder Peta Approved Vegan. Die Eco-Fashion-Branche wächst und auch du kannst in deinem Kleiderschrank ein Zeichen setzen!