Fair-Fashion: Warum ist nachhaltige Mode so teuer?

Fair Fashion

Wenn es um das Thema Fair-Fashion geht, sind viele Verbraucher noch immer nicht bereit, den hohen Preis dafür zu zahlen. Und in einem Punkt haben sie auch recht: Secondhand und Vintage-Käufe ausgeschlossen, hat nachhaltige Mode oft seinen Preis. Doch wieso ist nachhaltige Kleidung eigentlich so teuer? In diesem Blog erklären wir dir, was du für den Preis eines nachhaltigen T-Shirts erhältst.

Faire Arbeitsbedingungen

Tatsächlich gab es nicht immer T-Shirts zum Preis eines laktosefreien Latte macchiato. In den letzten 40 Jahren wurde die Textilindustrie umstrukturiert – in einem Ausmaß und einem Tempo, das nur schwer zu greifen ist. Seit den 1960er wurde die Textilindustrie ausgelagert in Ländern, die wir heute als Billiglohnländer kennen. Länder, in denen die Schwerstarbeit durch niedrig entlohnte Arbeitskräfte erbracht werden und wo die Arbeitsverhältnisse keinesfalls menschenwürdig sind: keine geregelten Arbeitszeiten, keine Pausen, kein Urlaub, keine Krankenversicherung. Kinderarbeit ist in diesen Ländern immer noch an der Tagesordnung und Arbeitnehmer*innen werden systematisch unterdrückt. Faire Textilindustrien hingegen bieten ihren Arbeitnehmer*innen eine feste Anstellung mit einem Lohn, von dem sie sich und ihre Familie gut ernähren können. Die Arbeit ist meist auf fünf Stunden pro Tag angelegt, sodass sie Beruf und Familie gut vereinbaren können.

Kaufzusammensetzung T-Shirt

Faire Ressourcengewinnung

Die eigentliche Produktion eines Kleidungsstücks fängt jedoch meist schon viel früher an: Mit dem Gewinn des Rohstoffes, aus dem unsere Klamotten gemacht sind. Konventionelle Baumwolle wird meist maschinell geerntet und mit Pestiziden und Düngemittel behandelt. Dazu kommen die 10.000 bis 29.000 Liter Wasser, die für den Anbau von nur ein Kilo konventioneller Baumwolle verbraucht werden. Und das auch noch in Ländern, in denen das Wasser oft knapp ist. Nachhaltige Unternehmen verwenden Bio-Baumwolle, welches mit 91 Prozent weniger Wasser auskommt, sorgfältig von Hand gepflügt wird und keine Pestizide einsetzt. Außerdem werden viele Rohstoffe gar nicht erst produziert, sondern durch Recycling einfach wiederverwertet.

Bio-Baumwolle

Zeitloses Design und langlebiges Produkt

Warum ist schnelle Mode eigentlich so günstig? Günstig ist Fast-Fashion nur, damit wir uns möglichst viel davon kaufen können. Denn schnell Mode ist meistens nicht zeitlos, sondern nach ein paar Monaten schon wieder out. Bis zu 12 Kollektionen bringen die großen Modelabels jährlich raus. Das heißt für uns: Ständig neue Trends, die mit dem Wissen gekauft werden, dass sie in ein paar Monaten ohnehin wieder ausgetauscht werden, weil sie uns nicht mehr gefallen. Die Slow- und Fair-Fashion-Industrie will das Gegenteil erzielen: weg vom Konsumieren, hin zur nachhaltigen Wertschätzung. Faire Mode ist daher keine Saisonware, sondern wird so gestaltet, dass sie zeitlos schön aussieht. Außerdem wird sie hochwertig von Hand verarbeitet, was wiederum zur Langlebigkeit beiträgt, Ressourcen schont und die Umwelt weniger belastet.

Fair Fashion

Warum sich jeder Fair-Fashion leisten kann – und sollte

Wir haben einen Tipp für dich, wie du dir Fair Fashion leisten kann: Kaufe weniger, dafür aber ausschließlich absolute Lieblingsteile. Überlege dir beim Kauf auch immer, wie gut sich das neue Teil mit den Kleidungsstücken in deinem Kleiderschrank kombinieren lässt. Und kaufe zeitlose und hochwertige Kleidung, damit du sie nicht nach wenigen Monaten wieder „wegwerfen“ musst. Siehe da: Indem du weniger, aber gleichzeitig zeitlose Klamotten kaufst, sparst du Geld und kannst dir auch faire Kleidungsstücke leisten!

Faire Mode

Es ist an der Zeit, uns bewusst zu werden, dass Kleidung einen Wert hat, dass Arbeit darin steckt und Zeit und Material dafür benötigt wird. Preislich ist faire Mode natürlich noch gehoben, doch es geht den Fair-Fashion-Marken schließlich darum, dass man nur ein T-Shirt und nicht drei kauft. Ein Thema, das auch Andrew Morgan in seinem empfehlenswerten Dokumentarfilm „The True Cost“ behandelt.